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Dienstag, 10. September 2013

Der glatt polierte Säugling jenseits der 30

Mit welchem Thema hatte ich im Freundeskreis die heißesten Diskussionen? NSA, Bayern München, die kommenden Wahlen, der Klimawandel? Weit gefehlt! Selbst der von mir zur Schau getragene Militarismus oder das stolze Mackertum polarisiert nicht annähernd so scharf wie das Thema "Körperhaare bei Männern".

Zwei Konstanten schälen sich heraus wie Körperfresser aus einer alten Tulpe: Zum einen gibt es den Generationsgraben. Kaum ein junger Mensch, der bei der Erwähnung von Achsel- oder Schamhaaren nicht sofort voller Ekel ausspuckt, als hätte er soeben in den Schritt der Oma von nebenan gebissen. Zum anderen gibts noch den Graben zwischen Körpermodellierern aller Arten (vom Bodybuilder über die Fitnessstudiotrulla, vom Gothic Fetisch Girl bis zum Volltätowierten) und den ganz normalen Dödeln wie mir, dem ollen heterosexuellen, männlichen Weißen jenseits der 40.

Doch woher kommt dieser Kult, wieder so unbehaart und rein wie ein Neugeborenes sein zu wollen - gerade bei Menschen, die sonst nichts daran finden, ihren Körper mit Metall, Tinte, Kork und allerhand anderen Materialen vollzustopfen, aber nur nicht mit eigenem Haar schmücken zu wollen? Haben die Bodybuilder und Schwulenbewegung aus den USA, die diesen haarlosen Fetisch initiierten, nun den finalen Sieg errungen?

Verbringen die Jünglinge künftig mehr Zeit im Bad als ihre Freundinnen? Wird die Epilier-Industrie zu weiteren Höhenflügen ansetzen?

Ich halte dagegen! Denn einigen wird es dämmern: Wenn auch das letzte Brusthaar rasiert wurde, die Beine glatt wie die deiner Freundin sind, dann, erst dann, wirst du merken, wer bei Euch die Hosen anhat. Aber immerhin darfst du sie dann kurz tragen.
Und nun Feuer frei!